Die Blogparade Freiheit oder Langeweile vom Privatier gibt mir zunächst einen interessanten Einblick über Peter, denn diese Frage habe ich mir überhaupt nie gestellt. Für mich hat jeder Tag zu wenige Stunden und ich hätte auch keine Probleme, 30, 40 oder 50 Stunden zu füllen. Daher möchte ich meinen Beitrag der Begründung widmen, weshalb finanzielle Freiheit für mich Freiheit ist und wie viel diese Freiheit den Blick auf alles verändert!

Zunächst muss ich vielleicht erwähnen, dass ich eine interessierte Person bin, in dem Sinn, dass ich jeden Tag unzählige neue Impulse bekomme, über die ich gerne mehr wüsste. Damit will ich bei weitem nicht sagen, dass es unzählige Gebiete gäbe, auf denen ich auch nur im Ansatz alles wüsste oder verstehen würde. Dies jedoch aus dem einfachen Grund, dass ich bei weitem nicht genug Zeit habe, so viel zu lesen und zu lernen, wie es dafür erforderlich wäre.

Ich kann es verstehen, dass sich jemand nicht für ein Studium entscheiden kann, weil es so viele gibt. Außerdem könnte ein guter Professor oder Lehrer noch viele weitere so interessant darstellen, dass man auch darauf noch Lust bekommt. Ich wollte beispielsweise Mathematik, Betriebswirtschaftslehre und Informatik studieren und mein größtes Problem war, wie ich dies unter einen Hut bekommen könnte. An dieser Stelle hatte ich mich bereits gegen Physik und Volkswirtschaftslehre entschieden und aus heutiger Sicht würde ich noch Psychologie, Bauingenieur und Jura in die Waagschale werfen.

Nach ein paar Jahren an der Uni habe ich diese mit mehr als einem Abschluss verlassen und wollte noch mehr in der Praxis erproben, was ich in der Theorie gelernt hatte. Aber das stellte sich auch als ein wenig anders heraus, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich musste zuerst die Branche Finanzdienstleistung wirklich verstehen, und dies bedeutete für mich neben Banken und Versicherungen auch Bausparkassen und Fondsanbieter. In Summe eine ganze Menge Produkte und Vertriebswege, ganz abgesehen davon, dass es noch viele Unterscheidungen in Segmente und Besonderheiten gibt.

Der Start ins angestellte Berufsleben war also bei weitem nicht das Ende des Lernens, sondern nur ein Meilenstein des Lebens, ab dem die Lernkurve wieder steil geworden ist. Es waren nur eben andere Themen, die in den Fokus gerückt sind. Einerseits die Führungskräfte-Ausbildung mit Kommunikation, Einzel- und Gruppengesprächen, Moderation, Verhalten und vielem mehr, und andererseits die erneute Fachausbildung, mit dem Versicherungsfachmann, Projekt- und Prozess-Schulungen, Change-Management-Weiterbildung und Management-Seminaren zu allen erdenklichen Themen.

Von vielen Seminaren bin ich auch heute noch begeistert. Von Radio-Moderatoren etwas über Aussprache, Stimme und Tonlage zu hören, eröffnet neue Aspekte. Ebenso wie die Einführung eines Arztes zu Ernährung, Erholung und Burn-Out-Prävention. Selbst bei der zwei-jährlichen Gesundheitsvorsorge, wie sie viele Konzerne heute anbieten, kommen heute schon ausgebildete Sportwissenschaftler vorbei, um persönliche Ratschläge zum optimalen Fitnesstraining zu geben. Hier möchte ich nur einen Einblick geben, was alles noch auf dieser Welt wartet, entdeckt zu werden.

Selbst harter fachlicher Stoff zu operativem Controlling oder Bilanzen kann so vermittelt werden, dass man Spaß daran haben kann. Dies habe ich mir übrigens zum Ziel gesetzt: Ich möchte jedem den Einstieg in die Welt der eigenen Finanzen so einfach wie möglich machen. Dies aber auf der einen Seite mit einer vernünftigen wissenschaftlichen Basis und auf der anderen Seite mit klaren Entscheidungshilfen und Handlungsempfehlungen. Damit kann jeder selbst entscheiden, wie intensiv er in die Materie einsteigen möchte, kann sich aber dennoch zu jedem Thema Rat einholen.

Das benötigt natürlich ebenso Zeit, schließlich will ich mit meinem Blog in den nächsten Jahren mit wenigstens einem wöchentlichen Post aktiv sein. Für die nächsten 2 Jahre habe ich schon Themen für 2 pro Woche und mal sehen, was sich in der Zeit noch alles an Fragestellungen ergibt. Ein Buch habe ich schon geschrieben, andere zum Thema investieren am Aktienmarkt, in Immobilien und Start-Ups könnte ich mir vorstellen. Außerdem fallen mir direkt gute 10 Bücher ein, die ich gelesen habe und nur jedem empfehlen kann.

Ein letztes Thema möchte ich jedoch am Ende noch erwähnen, welches zeitintensiv ist. Den Sport! Ich bin leidenschaftlicher Fußballer und habe dies leistungsmäßig betrieben, wenn auch mit bescheidenem Erfolg. Gewisse Verletzungen bleiben dabei nie aus, so dass mir bereits mit gut 30 Jahren nahegelegt wurde, auf andere Sportarten auszuweichen. Da fallen mir auch konkret direkt mehrere ein, für die ich unbedingt mehr Zeit benötige, nicht mehr Geld. Radfahren, an Flüssen entlang oder auf Berge, Wandern im Gebirge oder Städte-Marathons, Golfen als absoluter Zeitkiller oder allgemeine Fitness mit Kraft-Koordination, schließlich wird niemand jünger.

Insofern kann finanzielle Freiheit aus meiner Sicht nur Freiheit sein, niemals Langeweile. Das wichtige Argument dafür ist außerdem, dass jemand, der wirklich nicht weiß, was er mit seiner Zeit anfangen soll, immer noch die Möglichkeit hat, arbeiten zu gehen. Er muss dies nicht mehr für Geld tun und kann damit jede Arbeit wählen, einzig alleine unter dem Gesichtspunkt, wie viel Freude sie ihm bereitet. Darüber hinaus kann er jeden Tag neu entscheiden, ob er im Bett liegen bleibt oder auf die Arbeit geht.

Für mich ist es nicht entscheidend, ob jemand arbeitet oder nicht und ebenso nicht, was er tut oder wie. Nur weil ich aus finanziellen Gründen nicht arbeiten muss, heißt das doch lange nicht, dass ich es nicht darf. Niemand wird zu Erfahrungen, zum Lernen oder zum Meditieren gezwungen und ein Verbot bezahlt zu werden gibt es auch nicht. Langeweile kann daher vielleicht nur Entscheidungsschwäche, weil es nahezu unendlich viele Angebote gibt.

Das ist die entscheidende Motivation für finanzielle Freiheit. Du erhältst die volle Kontrolle über Dein Leben und dies wird Deinen Blick komplett verändern. Was immer Du machst wird sich anders anfühlen und bei Deinen Wünschen hast Du nur wenige Grenzen und musst kaum Kompromisse eingehen. Das ist für mich Freiheit und Langweilig war es mir noch nie und wird es hoffentlich auch nicht werden. Dir hoffentlich auch nicht, ansonsten hol Dir Anregungen aus „1000 places to be before you die“! 😉