Wieder ein Crash im DAX, er verliert nur auf Basis des Schlusskurses von 5.502 Punkten über ein Viertel seines Wertes, genau -25,41%. Und dabei hat er sich bereits ein gutes Stück von seinem Tief von 5.072 Punkten am 12.09. erholt. Aber so eine Bewegung, bei der es 11 Tage am Stück nur abwärts ging, verdirbt einem schon ein wenig die Laune. Mein Anlagewert ist übrigens um über 5.000 € auf nur noch 17.384,25 € gefallen, trotz meiner Einzahlungen von 300 € dieses Quartal.

Aber diesen Schmerz muss eben jeder Aktionär aushalten können, denn Gründe lassen sich für mich nicht direkt ausmachen, schon gar keine, welche im Voraus hätten erkennbar sein können. Die einzige Frage, welche an dieser Stelle weiterbringen könnte, ist die nach dem tatsächlichen Wert der Firmen im DAX. Dieser ist natürlich schwer zu ermitteln, müsste doch eine echte Expertise zu allen 30 Unternehmen vorhanden sein und mitsamt einer detaillierten Untersuchung der Bilanz zu Rate gezogen werden, um zu einer Aussage zu kommen.

An dieser Stelle mache ich es mir jedoch genauso leicht, wie ich es mir schon mit der Investition in einen Index mache. Egal wie es um die einzelnen Unternehmen steht, ich betrachte nur die Gesamtheit beziehungsweise das Mittel aller Unternehmen. Im Vergleich zum langjährigen Mittel der Bewertung der Unternehmensgewinne läge der faire Kurs des DAX bei etwa 8.000 Punkten und nicht knapp ein Drittel tiefer. Also muss ich entweder davon ausgehen, dass die Unternehmensgewinne sinken oder der DAX wieder steigen wird. Ich bin investiert, daher ist es letztere Möglichkeit.

Ein wunderbares Quartal um zu belegen, wie wenig mein Blick in die Zukunft wert ist. Steigende Kurse habe ich erwartet, weil der DAX noch einiges für seine langfristige durchschnittliche Rendite aufzuholen hat. Stattdessen fällt er jedoch richtig deutlich und diejenigen, die gerade eingestiegen waren, haben einen deutlichen Buchverlust erlitten. Aber weil sie das für einen langen Zeitraum geplant hatten, ist eigentlich nichts passiert, außer dass sie bei einem späteren Einstieg eine bessere Rendite erzielt hätten.

Mich hat es ungefähr 2% jährliche Rendite gekostet, aber habe auch noch 6,5 Jahre vor mir, bevor mein 20-Jahres-Zeitraum für den Sparplan ausläuft. Wenn es sich bis dahin nicht erholt, gilt für mich wie für alle Anleger in Aktien: Wenn ich das Geld brauche, habe ich ein Problem, wenn ich es nicht brauche, kann ich auf bessere Kurse warten. Ansonsten weiß ich nicht, was nächstes Quartal passiert, aber im Moment kann ich die Unternehmen 25% billiger kaufen als vor 3 Monaten. Das ist für mich ein Grund zum Einsteigen, die besten Renditen gibt es immer ab einem Tief.

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