Um das Ergebnis meines Sparplans, ein Wert in Höhe von 48.481,62 €, oder knapp 48.500 €, beurteilen zu können, ist dieses zunächst verschiedene Faktoren zu zerlegen. Zum einen ist die Performance des zugrundeliegenden Wertpapieres und zum anderen die angefallenen Kosten. Die Performance des Wertpapieres kann wiederum nach zwei Aspekten beleuchtet werden, einerseits die Performance im Vergleich zu anderen Zeiträumen und andererseits die Performance im Vergleich zu anderen Wertpapieren.

Am einfachsten sind dabei die angefallenen Kosten, welche sich einfach berechnen lassen. Einfach bedeutet in diesem Zusammenhang nicht unbedingt schnell, weil es eben doch 240 Käufe waren und zusätzlich Gebühren für die Fondsverwaltung angefallen sind. Dennoch einfach, weil die Kaufspesen heutzutage für Sparpläne auf 0 € gesenkt werden können. Die Verwaltungsgebühr ist mit unter 0,1% bei den gewählten Indexfonds außerdem so gering, dass eine gewisse Unschärfe keine gravierenden Auswirkungen hat.

Für mich komme ich über den gesamten Zeitraum auf Kosten von ungefähr 1,7% des Endwertes der Position. Dies klingt zwar deutlich mehr als nichts, im Vergleich zu einem durchschnittlichen Fonds mit einer Verwaltungsgebühr von 1% oder mehr sowie eines Ausgabeaufschlages hätte dies jedoch durchaus rund 25% betragen können. Insofern an dieser Stelle kein klagen, die Investition in Einzelaktien wäre ebenfalls deutlich teurer gewesen, ganz abgesehen von der notwendigen Reinvestition der Dividenden und den steuerlichen Effekten.

Der Zeitraum der Investition war sicherlich nicht der beste, wenn das Ergebnis bei 35 vorliegenden Zeiträumen seit den 1960er Jahren im Durchschnitt höher gewesen wäre. Immerhin über 11% liegt der Durchschnitt höher oder mein Ergebnis entspricht einem Abschlag gegenüber dem Durchschnitt von gut 10%. Andererseits sind es 100% mehr als im schlechtesten Fall und dieser ist es, der richtig weh getan hätte. Entgangene Gewinne sind zum Glück nur halb so tragisch, aber fast 3-Mal so viel wie im besten Fall hätte schon richtig Freude gemacht.

Das Problem beim Zeitraum ist nur, ich lebe in keiner anderen Zeit. Ich kann nicht warten und in der Regel auch nicht früher anfangen. Am Ende zeichnet es den guten Spieler eben aus, was er aus seinem Blatt macht, den ändern kann er es nicht. Insofern macht es auch keinen Sinn, die Inflation noch mit einzurechnen, denn es ist klar, dass dadurch die Rendite noch weiter geschmälert wird. Aber auch hier gibt es keine Alternative. Der Zeitraum steht fest und auch die Verlagerung des Lebensmittelpunktes hätte zwar in dieser Hinsicht zu anderen Ergebnissen geführt, die Konsequenzen wären jedoch viel weitreichender gewesen.

Bleibt noch der Vergleich mit anderen Wertpapieren. Der US$ hat sich zwar auf den gesamten Zeitraum nicht sonderlich bewegt, aber in der Zwischenzeit eine ganze Menge. Dennoch verliert der MSCI World in € gerechnet deutlich gegen den DAX, hier liegt die Rendite ungefähr 2,3 %-Punkte niedriger. Dennoch ist der Vergleich nur halb richtig, weil die Kosten für einen Indexfonds auf den MSCI World über denen eines Indexfonds auf den DAX liegen. Auf den gesamten Zeitraum wäre eine Investition in den MSCI Emerging Markets zwar ertragreicher gewesen, aber dieser ist aus meiner Sicht keinesfalls ein vergleichbarer Index hinsichtlich des Risikos.

Wenn überhaupt würde ich noch den S&P 500 als vergleichbaren Index in Erwägung ziehen. Hinsichtlich der Marktbreite und der Aktienauswahl ist er dem DAX mit Sicherheit überlegen, jedoch ist das Währungsrisiko eben für einen Anleger im Euroraum nicht zu vernachlässigen. Diese Überlegungen spielen zum Glück jedoch keine Rolle, weil der DAX auch den S&P 500 in diesem Zeitraum für einen Sparplan outperformed hat, wenn auch nur um ungefähr 0,8 %-Punkte. Hier wäre jedoch eventuell mit etwas höheren Kosten zu rechnen gewesen, wobei dies vernachlässigbar ist.

Für einen Indexinvestor, der durchschnittliche Marktrenditen erwirtschaften möchte war der DAX damit eine hervorragende Wahl, zumindest für den zurückliegenden Zeitraum. Wie dies in Zukunft ausgehen wird ist schwer vorherzusagen. Bleibt noch die Überlegung direkt in Aktien zu investieren, aber hier gilt die Überlegung wie für Indexfonds im Allgemeinen. Amazon hätte mich mit Sicherheit in diesem Zeitraum reich gemacht, bei anderen hätte ich mein Vermögen fast komplett verloren. Für mich daher keine bedenkenswerte Alternative.

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