Im Wesentlichen soll es in dieser Betrachtung um eine theoretische Überlegung gehen, mit der die Rendite auf das investierte Kapital gesteigert werden kann. Dafür betrachten wir zunächst jeweils einzelne Positionen, in dem Wissen, dass wir die Ergebnisse anschließend auf beliebig viele Positionen übertragen können. Unter der Betrachtung, dass die Wahrscheinlichkeit mit einer Auswahl von Aktien den Markt zu schlagen gering ist, betrachten wir direkt nur noch die Investition in Indexfonds.

Dies hat nicht nur den Vorteil, dass die seltenen Umschichtungen im Indexfonds erfolgen und kein Verkauf notwendig ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Kursbewegung stabilisiert wird und weniger volatil gegenüber Einzelaktien ist. Nach einer gewissen Zeit soll daher jede Position im Plus sein, schließlich legen wir genau aus diesem Grund langfristig in Aktien an. Das Risiko Verluste zu erleiden sinkt damit und die Entwicklung ist umso besser, je länger der zur Verfügung stehende Zeitraum ist.

Die exponentielle Entwicklung, welche Deine Anlagen in nicht für möglich geglaubte Höhen treiben soll, wird durch Indexfonds bereits bestmöglich unterstützt. Zum einen entspricht die Wertentwicklung der des Marktes und zum anderen sind die Kosten der Fonds bestmöglich reduziert. Im Zusammenspiel mit einem kostenlosen Depot und geringen Ordergebühren kommt dadurch möglichst viel der Rendite auch tatsächlich bei uns im Depot an. Unabhängig davon, ob es sich um eine Position oder mehrere handelt, sind diese Aussagen gültig.

Je länger Du eine Position hast, umso größer wird diese sein und umso mehr Ertrag wird diese in einem festen Zeitraum erzielen. Die Frage ist nun, was Du tun solltest, wenn Du aus irgendeinem Grund Geld benötigst. Sofern Du nicht über die entsprechenden liquiden Mittel verfügst stehen Dir verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Du könntest auf den Kauf oder die Investition verzichten, weil Du die Positionen nicht angreifen möchtest. Oder Du verkaufst eben eine Position oder einen Teil davon, um Liquidität zu schaffen. Zuletzt gibt es jedoch noch die Möglichkeit einen Kredit aufzunehmen, um auf diese Weise die benötigte Liquidität zu erhalten.

Bei der Bewertung der Positionen möchte ich zunächst die wirtschaftlichen Konsequenzen eines Verkaufs beschreiben. An dieser Stelle fallen nicht nur Gebühren für den Verkauf an, sondern es sind darüber hinaus Steuern für angefallene Erträge zu entrichten. Interessant sind jedoch auch die entgangenen Gewinne der Zukunft, die sich in Opportunitätskosten bemerkbar machen. Diese verteuern diese Option, so dass die anderen Optionen an Bedeutung gewinnen.

Im Beispiel soll ein Betrag von 25.000 € benötigt werden. Dabei sind die Gelder bereits ungefähr 10 Jahre in den Indexfonds investiert, welche mit 7% jährlich rentiert haben. Die Anlagen wurden zu je 6.000 € pro Jahr eingezahlt, so dass etwa 42% des Wertes der Positionen aus Erträgen besteht. Ohne Kirchensteuern zu berücksichtigen müssen also Werte in Höhe von gut 27.500 € verkauft werden, um über den gewünschten Betrag nach Steuern zu verfügen.

Läge diese Anlage bei gleicher Rendite noch 10 oder 20 Jahre unangetastet in Indexfonds, so ergäben sich daraus gut 54.000 € oder 106.000 €. Nach einem Verkauf und Abzug der Steuern stünden dennoch gut 44.500 € oder gut 83.000 € zur Verfügung, im ersten Fall 78% und im zweiten Fall 232% mehr. Wird auf den Kauf verzichtet, so ist das Vermögen entsprechend größer, ansonsten steht dem der Wert des Gutes zu diesem Zeitpunkt gegenüber. Die Nutzung ist natürlich nicht zu quantifizieren und obliegt eben der persönlichen Bewertung.

Besser zu vergleichen ist deshalb die letzte Option mit der Kreditaufnahme, weil in beiden Fällen die Nutzung erfolgt. Kann die Aufnahme eines Kredites zu 6% erfolgen, so geht es nach 10 Jahren ungefähr auf und nach 20 Jahre ergibt sich sogar ein kleines Plus von 3.000 €. Jeder geringere Zinssatz steigert den Vorteil bei der Kreditaufnahme, jeder höhere Zinssatz macht den Verkauft attraktiver. Aufgrund der Volatilität der Aktienmärkte ist jedoch ein Puffer unbedingt ratsam, wenn überhaupt mit der direkten Rückzahlung aus Verkäufen gerechnet werden sollte.

Bei den aktuellen Zinssätzen im Bereich von 1% bei besicherten Krediten lohnt es sich daher, an den Positionen festzuhalten und statt des Verkaufs einen Kredit aufzunehmen. Wenn Du den Kredit aus laufenden Mitteln tilgen kannst, so ist es ein risikoloses Geschäft, selbst wenn Du für das geliehene Geld Zinsen bezahlen musst. Aber in Anbetracht des Wertes, den Deine Aktienposition mit der Zeit erreichen wird, wenn Du dem Zinseszins eine Chance gibst, werden jegliche Beträge an Bedeutung verlieren. Denn selbst wenn nur 10 Jahre je 6.000 € pro Jahr zu 7% angelegt werden, so ergibt darauf nach 30 Jahren ein Betrag von gut 297.000 €.

Was macht angesichts eines Depots von fast 300.000 € ein Kredit über 25.000 € aus? Natürlich sind auf die Erträge noch Ertragssteuern zu entrichten, aber eben nur bei der Realisierung. Bis dahin jedoch können mit den über 62.600 € enthaltenen Steuern noch Erträge erwirtschaftet werden. Nach 40 und 50 Jahren sind es gut 585.000 € bei 138.500 € enthaltenen Steuern und über 1.150.000 € bei knapp 288.000 € latenten Steuern. Deshalb sollte nie voreilig verkauft werden, weil der wirkliche Ertrag aus dem Zinseszins erst nach langen Zeiträumen wirklich zur Geltung kommt.

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